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KENIA 2021: IN DER HOFFNUNG AUF EINE GUTE ERNTE

Während es in der Schweiz herbstet, fliegen wir in den Sommer Ostafrikas. Wir wollen uns ein Bild der lokalen Gegebenheiten und Entwicklungen machen und begeben uns auf die Suche nach einer neuen Partnerfarm. Es ist unser erster Origin Trip seit Beginn der Covid19 Pandemie und wir machen uns auf nach Kenia - pünktlich zur Haupterntezeit.

Von Sarah Ackermann & Felix Gölzer Bilder: Aaron Fee

KENIA 2021: IN DER HOFFNUNG AUF EINE GUTE ERNTE
Kenya 2021: Coffee storage at Muiri Estate

KENIA 2021: IN DER HOFFNUNG AUF EINE GUTE ERNTE

Während es in der Schweiz herbstet, fliegen wir in den Sommer Ostafrikas. Wir wollen uns ein Bild der lokalen Gegebenheiten und Entwicklungen machen und begeben uns auf die Suche nach einer neuen Partnerfarm. Es ist unser erster Origin Trip seit Beginn der Covid19 Pandemie und wir machen uns auf nach Kenia - pünktlich zur Haupterntezeit.
Kenya 2021: Farm gate of Kiriga Estate
Farm Gate auf der Kiriga Coffee Estate

Wir beginnen unsere Reise im Norden von Nairobi, in den Hügeln des Bezirks Kiambu. Begleitet werden wir dabei von Cyprian, der für die Kaffee Exportfirma Taylor Winch Kenya als Sustainability Manager tätig ist. Wir besuchen unter anderem verschiedene kleinere Estates, die er in seiner Funktion als Manager von Volcafe Way betreut. 

Volcafe Way unterstützt die Farmen unter anderem im Finanzmanagement, indem sie versuchen Produktionskosten zu reduzieren und gleichzeitig die Produktivität der Farmen und die Qualität des Kaffee zu steigern. So soll sichergestellt werden, dass der Kaffeeanbau eine nachhaltige Lebensgrundlage für die Farmer:innen bietet.

Wir starten früh morgens mit einem Besuch auf der Kiriga Estate. Ursprünglich wurde diese von zwei Eigentümern geführt, welche sich später dazu entschieden, es in drei Schwesterfarmen (Kiriga, Githaka & Mibando) aufzuteilen, die heute von ihren Nachkommen bewirtschaftet werden. Hier erhalten wir einen ersten Einblick in die kenianische Kaffeekultur und die verschiedenen Schritte vom Anbau bis zum Processing.

Kenya 2021: Rosmary Manager of Gichuka Estate is part of Volcafe Way
Rosmary von Gichuka Estate
Kenya 2021: Hand with coffee cherry, Ciumenene Coffee Farm
Daniel von Ciumenene

Ein wenig ausgeschlafener machen wir uns am zweiten Tag auf den Weg zur Farm von Daniel Kamiri Njoroge. Zusammen mit seinem Sohn Alfons und seiner Frau, die uns als Deputy vorgestellt wird, führen sie dieses wunderschöne kleine Paradies inmitten von saftig grünen Wäldern. Voller Passion zeigt uns die kleine Familie wie sie Ruiru 11 auf die alten beständigen SL28 und SL34 Stumpfe graften und wie sie das Gas des hofeigenen Kuhdung mit Hilfe einer kleinen Biogasanlage in der Küche nutzen. Wir gehen an der eigenen Nursery vorbei und durch die gesunden, gut bestückten Kaffeebäume, welche inmitten von Bohnen, Tomaten, Avocados und vielem mehr, wachsen und gedeihen. Während sein Sohn auf der Farm seine eigene Tilapia Fischzucht aufbaut und seine Frau als sogenannter „Champion“ in der Organisation „GROOTS Kenia“ gegen die Gewalt an Mädchen kämpft, träumt Daniel davon seinen Kindern eine bessere Farm zu hinterlassen, selbst zu rösten und den Kaffee lokal zu verkaufen. Mit seinen ambitionierten Plänen tritt er in die Fussstapfen seines Grossvaters. Der Freiheitskämpfer und Gründer der Farm gab ihr auch den schönen Namen: Ciumenene (“Hoffnung auf eine gute Ernte”).

Aber auch andere Farmen faszinieren und berühren uns. Die Gichuka Estate wird von Rosmary geführt. Während sie dabei von ihrem Vater George und zwei furchteinflössenden Hunden unterstützt wird, ist sie auch die erste Frau die wir in dieser Rolle kennenlernen. Sie ist voller Stolz, die Farm von ihrem Vater übernehmen zu können und möchte ihren Namen am Liebsten in der ganzen Welt bekannt machen.  Die Muiri Estate wird seit 1999 vollständig organic bewirtschaftet ist damit die einzige zertifizierte Farm in ganz Kenia.

Kenya 2021: Team of Ciumenene Coffee Farm
Team Ciumenene
Kenya 2021: Entry Door of Gichuka Estate
George zeigt uns den Weg auf die Gichuka Estate

Am 3. Tag treffen wir Jack, Geschäftsführer von Taylor Winch. Er nimmt die Rolle Cyprians ein und führt uns auf die gemeinsam geleiteten Chania und Oreti Estates.

Die von Boyce Harries verwalteten Farmen sind die beiden letzten verbliebenen dieser Grössenordnung, welche noch immer im Besitz der ursprünglichen Eigentümerfamilie sind und auch von dieser bewirtschaftet werden. Familie Harries ist bereits seit über 100 Jahren in der Gegend um den Chania River ansässig. Mittlerweile werden die Geschicke der Farm in 5. Generation von Boyce geleitet, der seit 2004 im Familiengeschäft tätig ist.

Im Gespräch mit ihm spürt man sofort seine Leidenschaft für Kaffee und dass er von dem immensen Know-How profitiert, welches in den vergangenen Jahrzehnten auf den Farmen angesammelt wurde. Seine Neugierde und Experimentierfreudigkeit, sei es mit besonderen Verarbeitungsmethoden oder dem Anbau von exotischen Varietäten in der hauseigenen Nursery ist beeindruckend. Momentan bereitet er sich auf die Ausbildung zum Q-Grader vor und möchte anschliessend auch lernen, seinen eigenen Kaffee zu rösten. Für seine Farm hat Boyce ebenfalls grosse Pläne – eines Tages möchte er seine eigene Drymill auf dem Gelände betreiben und so den gesamten Verarbeitungsprozess in der Hand haben. Auf unserem Streifzug durch die üppigen Felder der Farmen treffen wir verschiedenste Sorten an. Neben den bekannten SL 28, SL 34 und Ruiru 11 finden wir K7 und French Mission, eine der ursprünglichen Varietäten Ostafrikas. Die sortenrein angebauten Blocks erstrecken sich vom namensgebenden Fluss Chania entlang des Aberdare Grats bis zum Oreti Estate. Oreti ist Māorisch und bedeutet so viel wie “ein Ort der Gefahr und der rauen Schönheit”. Gefährlich ist es hier mittlerweile nicht mehr, die raue Schönheit der schier endlosen Kaffeefelder hat uns dafür fest in ihren Bann gezogen. 

Kenya 2021: ViCAFE Team with Boyce, Manager of Chania Estate
Boyce von Chania Estate mit dem ViCAFE Team

Mit all unseren Eindrücken die wir auf den Farmen gewonnen haben, folgen wir der Kaffee Wertschöpfungskette weiter, in die von David J. Murunga geführte Sasini Dry Mill. In ihren beeindruckenden Hallen nehmen sie den Kaffee der Farmen entgegen, entfernen Parchment, sortieren nach Qualitäten, befreien die Bohnen von restlichen Unreinheiten und übernehmen die Lagerung des Grün Kaffees während der Auktion bis hin zur endgültigen Auslieferung und  Verschiffung.

Abschliessend führt uns unser Weg in das Büro von Taylor Winch Kenya, um gemeinsam mit Jack die Kaffees der besuchten Farmen zu cuppen. Einerseits sind wir auf der Suche nach einem hervorragenden Tassenprofil, andererseits ist es für uns unerlässlich, dass die zukünftige Partnerfarm unsere Werte und Vision teilt. In der ersten Runde probieren wir alle Kaffees einzeln und geben eine objektive Einschätzung ihrer Qualität ab – in der zweiten Runde geht es dann ans Eingemachte: Da wir auf der Suche nach einem neuen Lieferanten für unsere Hausmischung sind, muss jeder Kaffee sich in einem Blend mit den anderen Komponenten beweisen. Am Ende des zweiten Cuppings überzeugen uns gleich zwei Farmen mit ihrem besonderen Tassenprofil und wir sind glücklich eine erfolgreiche Auswahl getroffen zu haben. Gemeinsam werden wir nun in den kommenden Wochen Ideen austauschen, unsere Werte und Visionen miteinander teilen und natürlich Verhandlungen führen, sodass hoffentlich eine neue langjährige Partnerschaft daraus entsteht.

Mit einer kritischen Menge Koffein im Blut verabschieden wir uns von Kenia und begeben uns auf den nächsten Teil unserer Reise nach Tansania.

Kenya 2021: Coffee cupping at Taylor Winch Kenya
Cupping bei Taylor Winch Kenya

Text: Sarah Ackermann, Felix Goelzer
Bilder: Aaron Fee

Teste kenianische Bohnen in unserer Hausmischung

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(1 Kundenrezension)

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