12 Februar 2018

Guatemala

2018

Guatemala – „Land der Bäume“

Guatemala liegt im geographischen Mittelpunkt des amerikanischen Doppelkontinents und bietet somit ein sehr konstantes und tropisches Klima.
Kaum angekommen, wurde uns klar, wieso sich der Name des Landes aus „Land der Bäume“ abgeleitet hat: Öfters machten wir Halt, um die wunderschönen grünen Panoramen mit den imposanten Vulkanen im Hintergrund zu bewundern.

Sonnenuntergang Lago de Atitlán
Vulkanspitze bei Lago de Atitlán
Traditioneller Markt in Chichicastenango

Doch wir waren nicht auf der Jagd nach Fotomotiven, sondern auf der Suche nach einem Ersatz für einen Bestandteil unserer Hausmischung und einem Spezialitäten-Kaffee.
Dieser neue Kaffee sollte sich in unserer Hausmischung bewähren. Wir liessen uns dafür von unserer Kollegin Gloria Pedroza und dem lokalen Kaffeehändler Julio beraten. Sie begleiteten uns auf der ganzen Reise und führten uns zielgerichtet zu passenden Farmen. Zudem durften wir von ihrem enormen Fachwissen profitieren.

Trocknungsplatz der traditionsreichen Finca San Rafael, der wohl fotogensten Finca, die wir besuchten. Im Hintergrund ein Mini-Vulkanausbruch am “Volcán de Fuego”.
Röster Ruben (ViCAFE) scheint sich der Sache nicht so ganz sicher: im Hintergrund der sehr aktive “Volcán de Fuego”.
Gloria Pedroza (Interamerican), Ruben (ViCAFE) und lokaler Kaffeehändler Julio Martinez, Finca Agua Tibia nahe Guatemala City

Die Reise führte uns um den auf 1500 m ü. M. gelegenen Atitlán-See westlich der Hauptstadt Guatemala City. Bereits auf der ersten Plantage wurden wir Zeugen davon, wie nahtlos der Betrieb mit der gesamten Umgebung verschmolzen ist. Dabei wird grossen Wert auf die Umwelt und die Mitarbeiter gelegt. Da wir das Land während der Erntezeit besuchten, wurden wir mit einem unglaublichen Farbenspiel in den Kaffeeplantagen belohnt. Die 1,5 bis 2 m hohen Kaffeebäume waren mit prallen Beeren bestückt, die von Limonengrün bis Weinrot alle Farben abdeckten.

Farmmanager Finca Agua Tibia, nahe Guatemala City

Es wurde uns wieder vor Auge geführt, wie wichtig es ist, die Farmen persönlich zu besuchen, um sich ein Bild zu machen, wie die Arbeiten auf der Farm zugehen.

Eingangstor Agua Tibia nahe Guatemala City

Die Unterschiede sind wie Tag und Nacht. Manche Farmen setzen auf moderne Methoden und versuchen mit neuen Systemen und Hilfsmitteln die Ernte und Qualität zu steigern, andere bleiben den Traditionen treu und möchten so wenig wie möglich in die Natur eingreifen. Sehr beeindruckt waren wir von der Farm „San Jeronimo“, die von der Bressani-Familie in vierter Generation geleitet wird. Die Plantage liegt am südöstlichen Hang des perfekt geformten Atitlán-Vulkans. Nebst vorzüglichem Kaffee produziert der Betrieb auch Milchprodukte. Insgesamt leben 80 Familien auf dem Plantagengelände. Zusätzlich zu den Fabrikgebäuden und der Arbeitersiedlung gibt es eine Schule und einen Spielplatz für die Kinder sowie eine kleine Kirche. Der gesamte Strom der Fabrik und der Kommune wird mit Hilfe von eigenen Wasserkraftwerken generiert.

Trocknungsplatz der Finca San Jeronimo, im Hintergrund Vulkan Atitlán
Die Kaffeebohnen müssen während des Trocknungsprozesses immer wieder von Hand gewendet werden. Finca San Jeronimo
Christian (ViCAFE), Finca San Jeronimo

Wir wurden mit einer Kaffee-Cupping-Session überrascht und waren vom enormen Know-how der Familie beeindruckt. Dabei lernten wir Giorgio, den jungen, hoch motivierten Sohn der Bressani-Familie, kennen. Im Gespräch mit ihm und dem Farmmanager gewannen wir ein rundes Bild des Betriebes. Uns wurde klar, dass der Grund für diesen hervorragenden Kaffee die Vision einer gesamtheitlichen, traditionellen Farm mit grosser Neugier für Trends im Kaffeegeschäft ist. Die Farm war sauber und wirkte sehr organisiert.

Kaffeeröster Ruben (ViCAFE) beim “Cupping” (Grünkaffeebeurteilung) auf der Finca San Jeronimo
ViCAFE-Team versucht die Reise mit einer Drohne zu dokumentieren, was sich bei Wind und den zahlreichen Schattenbäumen als grosse Herausforderung herausstellt.

Die Mitarbeiter schienen über ein grosses Kaffeewissen zu verfügen und man hatte das Gefühl, dass alle stets ein sanftes Lächeln im Gesicht trugen. Eine der grössten Herausforderung für viele Kaffeebauern in Guatemala ist die Pilzkrankheit „Roya“. Diese befällt die Kaffeepflanzen und führt zu Laubabwurf. Guatemala wurde erst vor einigen Jahren von der Krankheit getroffen und so wurden viele Bauern auf kaltem Fuss erwischt, als 2012 ganze Plantagen zerstört wurden. Danach haben viele Farmen nach neuen Mitteln gesucht, um sich besser vor dem Pilz zu schützen. Nebst diversen hochwirksamen chemischen Spritzmitteln hat sich auch die Zucht von Roya-resistenten Varietäten bewährt. Auf einigen Plantagen wurden Kaffeesträucher isoliert, welche den Pilzbefall überlebt hatten, und mit diesen resistenten Pflanzen wurde weitergezüchtet. Es ist beeindruckend, wie viel Handarbeit in der Kaffeeproduktion steckt: das Ziehen von kleinen Kaffeepflanzen, die Produktion von Kompost, das Düngen und Spritzen, die Bewässerung der Plantage und das Pflücken der reifen Kaffeekirschen.

Reife Kaffeekirschen werden von Mitgliedern der Kaffeekooperative Cafe La Voz mit Tuck-Tuck-Dreirädern zur zentralen Verarbeitungsanlage gebracht. Lago de Atitlán
Kaffeekirschen werden von Hand sortiert. Kaffeekooperative Cafe La Voz, Lago de Atitlán

Die gewaschenen Kaffeebohnen werden jeden Tag mehrmals von Hand gewendet, um die Bildung von Schimmel beim Trocknungsprozess zu vermeiden. Kaffeekooperative Cafe La Voz, Lago de Atitlán

Die Kaffeekirschen müssen gequetscht, fermentiert, gewaschen und auf den Patios oder in Öfen kontrolliert getrocknet werden. Dann wird sortiert, verpackt und geladen. Bei jedem Arbeitsschritt sind unzählige Hände am Werk und leisten Unglaubliches.
Da die „Third Wave“-Bewegung nun auch Guatemala erreicht hat, verändert sich das Verhalten und das Bewusstsein der Kaffeebauern.

Kaffeepflänzchen-Nachzucht, Finca El Paradisio

Immer mehr Röstereien und Kaffeekonsumenten suchen den direkten Kontakt mit den Produzenten und somit findet ein wertvoller Dialog statt, der bisher kaum vorhanden war.

Die positive Folge davon ist, dass immer mehr Bauern und Kooperativen sich dem Wert ihres Produktes bewusst werden und nach neuen Wegen suchen, um die Qualität zu steigern und neue Produktionsmethoden anzuwenden. Für uns wurde deutlich, wie wertvoll der Kontakt zu den Produzenten in den Ursprungsländern ist. Nur so können wir langfristige Beziehungen mit den Kaffeebauern aufbauen und ihnen mit fairen Preisen eine gewisse Planungssicherheit bieten.

Kurt, Camilo, Ruben (ViCAFE), Gloria Pedroza (Interamerican) mit Bauernvertreter der Kaffeekooperative El Pensativo, Acatenango
V.l.n.r.: Julio Martinez (lokaler Kaffeehändler), Ruben, Kurt (ViCAFE), Gloria Petroza (Interamerican), Bauernvertreter, und Präsident der Kaffeekooperative El Pensativo, Acatenango
Bauernvertreter der Kaffeekooperative El Pensativo mit Christian (ViCAFE), Acatenango

Unsere Reise endete in Guatemala City, im Büro des Kaffeehändlers Julio, mit einer Cupping-Runde, bei der wir alle bei den Kaffeefarmen gesammelten Muster verköstigten und mit unseren bisherigen Kaffees aus Guatemala verglichen. Dabei entschieden wir uns, die süssen Bohnen der Finca San Jeronimo in Zukunft als Teil unserer Hausmischung zu verwenden. Dazu stach auch der Kaffee von Gustavo Alfaro von der Hacienda Santa Rosa Buenos Aires mit seinen Marzipan-Aromen hervor.

Röster Ruben (ViCAFE) und Gloria Pedroza bereiten die Teströstungen aller gesammelten Grünkaffeemuster vor. Guatemala City
Antigua, ehemalige Hauptstadt Guatemalas
Strasse im historischen Antigua, der ehemaligen Hauptstadt Guatemalas
ViCAFE-Team in Antigua
Alle Kaffees

Kaffees aus Guatemala

  • Kaffeeabo
    Kunden-Favorit

    Hausmischung

    Brasilien, Guatemala, Kenia, Indien


    350g
    1kg
    CHF11.50CHF32.00
  • Kaffeeabo

    Créma-Mischung

    Brasilien, Guatemala, Indien


    350g
    1kg
    CHF11.50CHF32.00
  • Hacienda Santa Rosa Buenos Aires

    Guatemala


    350g
    1kg
    CHF16.50CHF44.50