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Dave - umweltbewusster Coffee Nerd

Regelmässig portraitieren wir hier Menschen, die für ViCAFE wichtig sind. Wir wollen dir die Person hinter der Espressomaschine, der Röstmaschine oder dem Bildschirm näherbringen. An einem heissen Tag im Juli treffen wir Barista Dave, der gerade aus seinem Austauschsemester in Kopenhagen zurück ist. Weshalb Fahrradfahren dort besonders gemütlich ist und was es mit seiner ominösen Kaffeetasse auf sich hat, erzählt er uns im Gespräch.

Dave war der erste Praktikant von ViCAFE und ist seit 2015 mit dabei. Bevor er sein Praktikum begann und Barista wurde, arbeitete er neben dem Gymnasium in der Vivi Kola Bar in Eglisau, wo er auch aufgewachsen ist. Später wechselte er zu ViCAFE und lernte an der Seite von Simon die notwendigen Barista-Skills. Bei den Eröffnungen der Espresso Bars am Lindenhof, Gerold und der Bahnhofstrasse, hat er tatkräftig mitgeholfen. “Es war immer ein bisschen chaotisch, aber es ist einfach toll, wie sich alle gegenseitig unterstützen.” Dass während der Vorbereitung für den Eröffnungsapéro an der Bahnhofstrasse noch Schreiner im Haus waren, ist nur eine der vielen Geschichten, die er uns erzählen könnte. 

Unser Weg führt uns heute mit der Polybahn zur ETH Zürich, wo Dave Umweltnaturwissenschaften studiert. Ein kurzer Unterbruch sorgt für den ersten Lacher. Als wir von ihm in der Polybahn nämlich noch ein paar Fotos schiessen wollen, fährt die Bahn inklusive Dave kurzerhand wieder zurück ans Central. Nach wenigen Minuten haben wir ihn zum Glück wieder. 

Umweltnaturwissenschaften studiert er, weil er aus persönlicher Überzeugung einen Beitrag gegen den Klimawandel leisten möchte. Dazu muss er die Hintergründe und Mechanismen kennen, um zu verstehen, wie unsere Umwelt funktioniert. Ziel ist es, an innovativen Ideen zu arbeiten und Lösungen zu entwickeln. Der Studiengang passt. Egal welches Thema wir bei unserem heutigen Treffen besprechen, wir kehren immer wieder zur Umwelt zurück. Um die Gesellschaft bezüglich des Klimawandels nicht zu vergraulen, müsse man “vorgefertigte, einfache und vor allem attraktive Lösungen bieten.” Er macht ein Beispiel: “Nehmen wir einen wiederverwendbaren Kaffeebecher. Das einzige, was du tun musst, ist ihn jeden Tag dabei zu haben und du bekommst sogar noch 50 Rappen Rabatt, wenn du einen Kaffee bei uns kaufst. Ausserdem bleibt der Kaffee länger warm und schmeckt dadurch bis zum Schluss gut.” Simpel und überzeugend.

Die letzten sechs Monate verbrachte Dave in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Die Stadt hatte es ihm vor ein paar Jahren bei einer Interrail-Reise schon angetan. So entschied er sich, sein Austauschsemester dort zu absolvieren. In Kopenhagen absolvierte er bereits die Masterprogramme, da dies die einzigen Vorlesungen auf Englisch waren. Zurück in Zürich schreibt er an seiner Bachelor Arbeit. 

Dank seiner Expertise als Barista, musste er auch während dem Auslandsaufenthalt nicht aufs Kaffee-Extrahieren und Latte-Art-Zaubern verzichten. Er fand nämlich eine Stelle als Barista bei Original Coffee. Der Corona-Lockdown machte ihm jedoch schon bald einen Strich durch die Rechnung: Kurzarbeit und Home Studying waren angesagt. Der Präsenzunterricht an der Universität wurde mit Online-Vorlesungen in seinem WG-Zimmer getauscht. Dadurch konnte er auch die dänische Kultur und Sprache nicht so gut kennenlernen, wie er sich das vielleicht gewünscht hätte. Nichtsdestotrotz versuchte er die Zeit so gut wie möglich zu nutzen. Die Abende verbrachte er bei Sonnenuntergang und Feierabendbier auf der Dachterrasse des Studentenwohnheims. Obschon er diese sehr genoss: “Am meisten vermisse ich wohl das gemütliche Fahrradfahren.” Kopenhagen sei sehr velofreundlich, es gäbe extrabreite Velospuren und praktisch keine Steigungen. “Auf den schön grossen Fahrrädern kann man stundenlang einfach durch die Stadt radeln.”

Wir verlassen die ETH in Richtung Kleine Freiheit, einer von Dave’s Lieblingsorten. Bei einem Glacé erzählt er uns weshalb: “Die blauen Trams, die typisch sind für die Stadt Zürich, fahren hier um die grosse Kurve und trotzdem befindet man sich in einer grünen Oase. Es ist wirklich eine kleine Freiheit.” Meistens komme er nach dem Studieren zusammen mit seinen Mitstudent*innen hierher, um den Tag ausklingen zu lassen.

Nebst dem Suchen nach neuen Lösungen gegen den Klimawandel, ist Dave auch ein richtiger Coffee Nerd. Egal wo er ist, probiert er neue Kaffees aus. Auch in Kopenhagen packte er seine Freunde und ging mit ihnen auf Kaffeetour. Vor ein paar Jahren hat er eine alte Rocket-Kaffeemaschine von ViCAFE-Chef Christian abgekauft. Diese bereitet ihm seither viel Freude. Auf einer Südamerika-Reise besuchte er auch Oscar in Kolumbien. Die Gastfreundschaft des kolumbianischen Kaffeebauern bleibt ihm bis heute sehr positiv in Erinnerung. Und er ist beeindruckt von seinem unermüdlichen Durchhaltevermögen: “Ich habe gemerkt, wie ausgeliefert die Menschen dort den Umwelteinflüssen sind. Wenn die Klimakrise weiter ansteigt, kann Oscar nicht einfach seine Farm packen und umziehen.”

Als nächstes absolviert er den Master in Energy Science and Technology (MEST). In Zukunft möchte er an nachhaltigen und klimafreundlichen Lösungen arbeiten – vielleicht sogar in der Kaffeebranche. 

Wir brechen auf in Richtung Central. Dave kippt kurzerhand den restlichen Eistee in eine Kaffeetasse, die er aus seinem Rucksack nimmt. Ob er diese immer dabei habe? “Immer. Sie war auch in Kopenhagen dabei.” Die Tasse habe eine lustige Geschichte – eigentlich gehöre sie ihm gar nicht. Nach einem ViCAFE-Weihnachtsessen hatte er den Cup aber plötzlich in seinem Rucksack und seither jeden Tag dabei. Eigentlich habe die Tasse ihn gefunden, nicht umgekehrt, schmunzelt er.  “Falls jemand, der das jetzt liest, Besitzansprüche geltend machen möchte: Bitte nicht melden”, sagt er lachend. 

Wir freuen uns, Dave wieder im Kaffeefenster anzutreffen – mit einem Rucksack voller neuer, innovativer Ideen.

 

Dave's Lieblingskaffee

  • Kaffeeabo
    vicafe product coffee finca los nogales

    Finca Los Nogales

    Huila, Kolumbien


    350g
    1kg
     
    CHF16.50CHF44.50
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